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"Erfinder" von HDR enttäuscht
Dienstag, 8. Juli 2008
Erik Reinhard, einer der "Väter" der HDR-Technologie und Entwickler mit dem Anspruch besonders fotorealistische Tonemapping-Algorithmen zu entwickeln, zeigt sich derzeit enttäuscht über die, seiner Meinung nach, katastrophalen Auswüchse des exzessiven Tonemappings, wie sie zur Zeit verstärkt auf Fotocommunity-Sites wie z.B. flickr.com zu "bewundern" seien.

Reinhard sieht mehrere Gründe für die, nach seiner Auffassung, missgeleitete Nutzung der HDR-Technologie: Schlechte, und für den fotografisch interessierten Betrachter fast schon als obszön zu bezeichnende Tonemappings entstünden vornehmlich auf Grund von
  1. fehlendem tieferen Verständnis der Anwender für die technischen Hintergründe,
  2. aus der Verwendung unzureichender Software und
  3. mangelndem Ehrgeiz sich mit den geeigneten Einstellungen der jeweiligen Softwares auseinander zu setzen.
In erstaunlich offensivem Stil äussert er seine Ansichten und Erklärungsversuche dazu auf einer eigens von Ihm eingerichteten Micro-Website, auf der er auch Beispiele von "guten" und "schlechten" Tonemappings gibt. Wie gesagt: seiner Auffassung nach.

Auch wenn ich Erik Reinhards Ansichten und Äusserungen nicht unbedingt in allen Punkten teile, sind dort einige durchaus erwähnenswerte und auch in meinen Augen diskussionswürdige Punkte angesprochen. Vor allem die kurze aber prägnante Darstellung der technischen Hintergründe und Möglichkeiten der HDR-Fotografie sind lesenswert.
Obwohl Reinhard in seiner Einleitung explizit versucht Abstand davon zu nehmen, die auf Flicker austellenden Fotografen oder bestimmte Softwares zu kritisieren, merkt man seinem folgenden Text (und den Bildbeispielen) eine gewisse negative Grundstimmung gegenüber der Software Photomatix und den Bildern auf flickr.com doch deutlich an. Leider belässt es der Autor dann bei einigen, in meinen Augen, uninspirierten Versuchen des Tonemappings mittels der Möglichkeiten von Photomatix und lobt andererseits die von ihm selbst entwickelten Algorithmen.
Meiner Auffassung nach sollte er aber nicht das Werkzeug, sondern höchstens die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit demselben bewerten. Ein Anwender, der mit den in Software gegossenen Algorithmen von Reinhard (und Kollegen) noch nicht besonders erfahren ist, wird meiner Einschätzung nach ebenfalls nicht optimale Ergebnisse damit erzielen. Ausserdem scheint es Reinhard entgangen zu sein, dass viele der Betrachter von tonegemappten Bildern die resultierende Bildwirkung anscheinend sehr begrüßen, trotz der überdeutlich kritisierten Mängel.

Reinhard bietet auf seiner Site die HDR-Datei, welche Grundlage seines kleinen Vergleichtests ist, zum Download an und ruft dazu auf, eigene Experimente damit anzustellen. Das habe ich getan und ein Tonemapping mit Hilfe der Software Photomatix Pro 3.03 durchgeführt. Dabei habe ich bewußt keine Standardeinstellungen verwendet, sondern geeignete Prameter gewählt, die den von Reinhard geforderten realistischen Look erzeugen. Verglichen mit dem laut seinen Kommentaren besten Ergebnis, welches er erzeugen konnte (Image 10, erzeugt mit Reinhards eigenem Tool), weisst dieses Ergebnis aus Photomatix (Detail Enhancer) ebenfalls minimale Artefakte auf und ist meiner Ansicht nach fotografisch wesentlich ansprechender als das flaue und unscharfe Ergebnis von Reinhards Algorithmus. Hier zum Vegleich die beiden Ergebnisse:



Tonemapping mit Reinhards Photoreceptor
balloons_photoreceptor.jpg
Tonemapping mit Photomatix Details Enhancer
balloons_photoreceptor.jpg
Vergleich: Reinhards Photoreceptor vs. Photomatix Details Enhancer


Meine Intention hierbei ist, zu zeigen, dass man verschiedene Algorithmen nicht anhand von Beispielen mit Standardeinstellungen durchgeführt vergleichen und bewerten sollte, sondern sich mindestens die Mühe machen sollte, zu versuchen optimale Ergebnisse zu erzielen.

Ich denke, man sollte Reinhards Micro-Site als "work in progress" auffassen und im Moment als Denkanstoss und Informationsquelle verstehen. Die sich aus sachgerechter Verwendung der HDR-Fotografie ergebenden Möglichkeiten und auch der mit einem technisch notwendigen Tonemapping verbundene eigene Anspruch an das reultierende Werk sind in der Tat überdenkenswert.

Download der beiden Bilder zum eigenen Vergleich hier .
 

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